Der weiße Tuch.

Der weiße Tuch.

Ein Pfarrer war in einem Zug unterwegs, der Zug war so voll dass man sich kaum bewegen konnte. Es war ein junger Mann im Abteil der alle störte weil er die ganze Zeit aufstand, sich setzte, aufstand sich setzte, hinein und hinaus ging, aufstand sich setzte, hinein und hinaus ging und keine Ruhe fand. Alle waren böse auf den Mann da er alle nervte, es war aber auch dieser Pfarrer in dem Abteil der ihn fragte: „Junger Mann können sie denn nicht ruhig sitzen sie sehen doch das sie alle anderen stören“. Da brach es aus dem jungen Mann heraus: „Herr Pfarrer ich muss ihnen die Wahrheit sagen. Ich bin aus einer sehr sehr guten Familie, doch ich bin auf schlechte Wege geraten, wurde ein Dieb und ein Verbrecher und wurde heut aus dem Gefängnis entlassen. Jtzt fahre ich nach Hause ich habe vom Gefängnis aus meiner Mutter geschrieben „ bitte Vater mir zu verzeihen“, und wenn Vater mir verzeiht, dann soll er ein weißes Taschentuch in unseren Kirchbaum im Garten hängen zum Zeichen das er mir vergeben hat. Wenn ich nun dieses weise Taschentuch sehe, dann weiß dass mir mein Vater verziehen hat und ich kann nach Hause kommen. Und nun sehen sie Herr Pfarrer nähert sich der Zug unserem Elternhaus, das Elternhaus ist nahe den Bahngeleisen und ich kann von diesem Fenster aus den Baum sehe, und ich wage nicht durch das Fenster zu schauen. Ich frage mich was werde ich tun wenn die weisen Taschentücher nicht dort sein werden, dann bleibt mir nichts anders übrig als weiterhin ein Dieb zu sein, noch schlechter als bisher und ich bin so aufgeregt. Ich habe nur eine Frage auf dem Herzen wird es die weißen Taschentücher geben oder nicht? Der Pfarrer sagte gehen sie hinaus auf den Korridor sagen sie mir nur wie ihr Haus ausschaut und in welchen Ort es steht und wie ich es erkennen. Ich werde ihnen berichten ob dort weise Taschentücher sind oder nicht. Der junge Mann ging hinaus auf den Korridor und wartet gespannt. Der Pfarrer schaute hinaus aus dem Fenster und zu dem Zeitpunkt als das Haus zu sehen war, ging er hinaus auf den Korridor und sagt zu dem Mann er solle selber schauen. Der Mann konnte seinen Augen nicht trauen, es hing kein einziges weißes Taschentuch in dem Baum, der Vater hatte den ganzen Baum mit großen weißen Leinentüchen behängt, so dass es wie eine einzige Weiße Kugel aussah.


So sehr wartet der Himmlische Vater auch auf uns, auch auf dich...


 

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Kein Platz für Drogen mehr in meinem Leben

 

Veröffentlicht in COSMOPOLITAN (September 2010, Ukraine)

Die Zeitschrift "Cosmopolitan" ist eine der beliebtesten säkularen Zeitschriften für Frauen, welche erstmals im Jahr 1886 in den USA veröffentlicht wurde. Der Cosmopolitan Verlag hat 58 internationale Ausgaben, die in 34 Sprachen und in mehr als 100 Ländern gedruckt werden.

 

Vor sieben Jahren war sie eine Antiheldin: arbeitslos, drogenabhängig und rebellierte gegen das Gesetz. Ihr Lebensweg wurde durch die Diagnose, Tuberkulöse niedergedrückt und führte sie zu einem erbärmlichen Ende. Es kam ein Zeitpunkt, als Marina in einer verspäteten Reue schon in Gedanken sich vom Leben verabschiedete. Es ist sinnlos im Angesicht der Ewigkeit zu lügen, die Rechtfertigung für die Fehler suchen, auf fremde Hilfe und Barmherzigkeit zu vertrauen. Und dann ...

 

ZUM ZWEITEN MAL GEBOREN

Ich bin ein Mensch, der buchstäblich von den Toten auferstanden ist. In meinem zweiten Leben wurde ich aktiv in der Widerstandsbewegung gegen Drogenabhängigkeit und Drogenkorruption tätig.

 

Unsere Organisation ist in dem öffentlichen Rat des Gesundheitsministeriums tätig. Durch unsere Bemühungen, wurde im Mai 2008 in der Ukraine Tramadol offiziell als Droge anerkannt. Bis dahin war es frei in der Apotheke erhältlich, wo schon am frühen Morgen Warteschlangen, vor allem aus Jugendlichen standen. Als wir, eine handvoll von Menschen gegen den Verkauf aufstanden, zeigten die Skeptiker uns einen Vogel: "Wo mischt ihr euch ein?“ Wir haben Protestaktionen und Versammlungen veranstaltet. Wir stellten Zelte unter dem Gebäude des Ministerkabinetts auf, unser Leiter erklärte einen Hungerstreik. Die Bemühungen waren nicht umsonst.

Vor kurzem haben wir auch ein Gesetz zum Verbot von Rauchmittel eingeführt. Welche Zukunft kann ein Land haben, in dem die jüngere Generation sich in einen betrunkenen Lebensstil verwandelt? Es ist so leicht eine gestärkte Seele eines Teenagers durch falsche Ideale mitreißen zu lassen! So war es bei mir.

 

Liebe und Freiheit

Ich komme aus einer kreativen Familie. Meine Mutter ist Choreographin und mein Vater ist Sänger. Leider verlor ich meinen Vater sehr früh. Als ich zwei Jahre alt war, hatten meine Eltern einen Autounfall, bei welchem mein Papa ums Leben kam. Mama überlebte, aber nach einer Wirbelsäulenfraktur kam der Genesungsprozess schleppend voran. Ich war zu jung, um die Tragödie zu verstehen. Woran ich mich erinnere ist, wie ich geliebt und verwöhnt wurde. Mama förderte mich aktiv in Kunstturnen, Tanz, Musik und Zeichnen. Ich habe oft gehört: "Marinka erwartet ein außergewöhnliches Schicksal. Sie ist so talentiert!" Als ich 10 Jahre alt war, heiratete meine Mutter ein zweites Mal und ich bekam einen Bruder. Ich habe einen tollen Stiefvater. Er hat mich in nichts eingeengt.

Ich war begabt, lernte gut, doch ohne großen Eifer. In allen Schuljahren hatte ich nicht eine einzige Abwesenheit. Wenn ich plötzlich nicht in die Schule gehen wollte, erlaubte mir meine Mutter zu Hause zu bleiben. Auf mich wurde überhaupt kein Druck ausgeübt. Ich erhielt sehr viel Liebe und Freiheit! Vielleicht in all dem Wohlbefinden wurde mir ein wenig langweilig.

"Es ist Super"

Im Sommer nach der neunten Klasse gestand mir plötzlich meine Schulfreundin Lena, dass sie Drogen nimmt. Ich war überrascht: "Was, so etwas haben wir?" In meinem Verständnis gab es Drogen irgendwo in dem "verfallenen" Westen. Von einem einzigen Vortrag zum Thema Drogen erinnerte ich mich nur daran, dass wenn man die Droge nur einmal versucht, ist es schon vorbei, du stürzt ab. "Unsinn!" sagte Lena. „Das ist so cool! Ich spritze das Zeug schon seit einem Jahr und habe keine Entzugsschmerzen. Wir sind schon eine ganze Gruppe ... " und Lena nannte die hellsten Jungs in der Nachbarschaft. Da wurde ich neugierig „Also haben die Besten von Besten Drogen ausprobiert und ihnen ist nichts geschehen. Ich möchte auch!“  Der Weg von der völligen Unkenntnis über die Droge bis zum ersten Versuch dauerte nur ein paar Stunden. Er wurde durch die Tatsache vereinfacht, dass meine Mutter, mein Bruder und mein Stiefvater in die Karpaten gingen. Zu Hause habe ich meine Freundin gebeten, mir den ersten Spritzer zu geben. Ich habe es wirklich genossen. Danach gingen wir spazieren, und ich erinnere mich, wie das Gefühl der Überlegenheit über mich kam in Bezug auf die Leute um mich herum. Ich blickte in die Gesichter der Passanten und dachte: "Schade! Solche Niedergeschlagenen Menschen! Sie wissen nicht, was ich weiß! "

 

Ich fing an, regelmäßig Drogen zu nehmen. Ich kam in einen neuen Bekanntschaftskreis. Da ich ein auffälliges Mädchen war, brauchte ich kein Geld für die Drogen. Ein Junge, dem ich gefiel, brachte mir jeden Tag etwas von der „Leckerei“ mit. Zwei Wochen lang brachte er mir etwas mit. Dann ist etwas schief gegangen und ich habe meine Dosis nicht erhalten. Am Abend bekam ich Schüttelfrost. Ich konnte nicht schlafen. "Entzugsschmerzen" – entsetzt stellte ich fest. Als ich Lena erzählte, wunderte sie sich: "Was redest du da?" Lena war eine starke, kräftige, und ich bin dünn. Aufgrund des unterschiedlichen Körperbaus war die Reaktion des Körpers auf die Drogen anders. Ich versuchte so selten wie möglich Drogen zu spritzen, konnte sie aber nie völlig aufgeben.

 

Bevor sie von 25 Jahren erreichen

Mit 19 Jahren heiratete ich meine große Liebe. Mein Mann war 4 Jahre älter als ich uns stamm aus einer wohlhabenden Familie. Aber es gab auch eine Kehrseite: in dem Kreis der goldenen Jugend blühte der Drogenkonsum. Es war unser gemeinsames Unglück. Mein Mann liebte mich sehr und tat alles, damit ich spritzen konnte. Durch die Macht seines Einflusses konnte er mich von der Sucht nur für eine kurze Weile wegreißen. Einmal haben wir uns entschieden zusammen im Krankenhaus am Drogenentzugsprogramm teilzunehmen. Wir waren im selben Zimmer. Damals wussten die Ärzte noch nicht wirklich, wie man Menschen mit solchen Problemen behandeln sollte. Es war eine neue Herausforderung für das Land mit mangelhafter Erfahrung. Am sechsten Tag des Krankenhausaufenthaltes, starb mein Mann vor meinen Augen. Sein Herz hat es nicht ausgehalten. Innerhalb von etwa 15 Minuten war alles vorbei. Er nahm die Medikamente, ihm wurde schwindlig und er legte sich ins Bett. Plötzlich hörte ich ein Keuchen, drehte den Kopf ... und er ... ein anderer. Ich konnte es nicht glauben, schrie, rief Ärzte. Ich erlebte den größten Schlag. Mein Geliebter war für mich der Mittelpunkt des Universums. Ihm fehlten 12 Tage bis zu seinem 25. Geburtstag.

Sämtliche Versuche auf zu hören, blieben ohne Erfolg. Ich sah eine einzige Lösung in der drastischen Veränderung des sozialen Umfeldes, also ins Ausland zu gehen. Zu der Zeit bekam ich das Diplom eines Friseurs, habe aber nicht einen Tag in diesem Beruf gearbeitet. Ich erinnerte mich an meine tänzerische Vergangenheit und setzte meine Hoffnung auf die Bühne. Mit zwei anderen Mädchen haben wir das Programm für eine Varieté-Show zusammengestellt und gingen nach Polen. Meine Erwartungen wurden nicht erfüllt. Dort war es genauso schwer Drogen zu bekommen wie bei uns zu Hause. Zu den alten Problemen kamen neue hinzu mit der Gesundheit.

 

RÖMISCHE FERIEN

1995 tauchte die Möglichkeit auf in Italien zu arbeiten. Alles lief gut. Mir wurde gutes Geld bezahlt. Ich bekam eine vorübergehende Aufenthaltserlaubnis und nahm dort an dem Methadonprogramm teil. In der Ukraine wurde es erst eingeführt, aber in anderen europäischen Ländern und in Amerika gibt es eine lange Zeit. Dieses Programm ist im Wesentlichen eine legalisierte Droge. Sie können jeden Tag kostenlos diese synthetische Droge Methadon, die ein Vielfaches stärker ist als Heroin ist, erhalten. Der Haken ist, dass der Süchtige nie genug hat. Der erste Wunsch – keine Schmerzen zu spüren und der zweite – high zu sein, je mehr desto besser. Daher haben die Drogenkonsumenten Heroin nicht anstelle von Methadon verwendetet, sondern zusammen mit ihm, um dessen Wirkung zu verstärken.

 

Das Leben in Italien wurde nur durch das Eine betrübt: Ich fühle eine konstante Schwäche. Dachte, es sei wegen des heißen Klimas. Doch eines Tages fuhren wir mit einem Auto und hatten einen Unfall. Ich verletzte meinen Brustkorb. Im Krankenhaus erhielt ich nach den Röntgenstrahlen fassungslos die Nachrichten: "Sie haben Tuberkulose" Die Diagnose klang wie ein Todesurteil. Ich erinnerte mich an einen Roman von Dumas 'Kameliendame ". Ich lag im Krankenhaus 21 Tage lang und nahm die Tabletten, aber dann fiel ich auf das Alte zurück. Und wer weiß, wie lange mein Urlaub in Rom gedauert hätte, wenn ich meinen Reisepass nicht verloren hätte. Sie können Ihren Pass nur in Kiew bekommen. Meine Pläne waren: kurz zurück nach Hause zu gehen und schnell wieder zu meinem "Paradies" zurück zu kehren. Schon im Flugzeug wurde mir sehr schlecht. Am Flughafen nach der Landung hustete ich Blut. Ich war im Krankenhaus für Tuberkulose Kranke auf dem Roten Hof. Als ich sagte, dass ich eine Express-Behandlung wegen einer Auslandsreise nehmen wollte, hörte ich: "Es dauert ein Jahr. Da sie jung ist, kann in acht Monaten vorbei sein.."

 

Lederjacke von Armani

Das Krankenhaus für Tuberkulosepatienten ist ein besonderer Ort auf der Landkarte. Es ist eine kleine Welt für sich, etwa wie ein Wohnheim im Gefängnis. Menschen leben dort Jahrelang, kochen, trinken, bilden Beziehungen, heiraten und sterben sehr oft. Bald zog ich nach Mostyschi, einem Krankenhaus im Wald in der Nähe von Kiew, eine weitere Insel der Aussätzigen; letzte Zuflucht für Obdachlose, Kriminelle und Drogenabhängige. Meine Behandlung ist ins Stocken geraten, weil ich die Drogen nicht abgesetzt hatte. Aus Italien brachte ich eine schicke Garderobe und Ausstattung. Alles für einen Hungerslohn verkauft. Mein weißer, knöchellanger Pelzmantel wurde für 20 Tassen Mohn eingetauscht. Nachdem mein Gut weg war, fing ich an, meinen Lebensunterhalt durch Hausraub zu verdienen. Ich nahm Sachen aus der Wohnung meiner Mutter. In dieser Zeit habe ich zum ersten Mal über die Rehabilitationszentren für Drogenabhängige gehört, glaubte aber es nicht. Zahlreiche Versuche aufzuhören überzeugten mich, dass es unmöglich ist.

 

Natürlich hatte ich auch Probleme mit der Polizei. Gerade in der Zeit wurde eine neue Verordnung zur verstärkten Maßnahmen gegen die Drogenabhängige erlassen. Der Artikel wurde jedoch nicht für Drogenkonsum sondern für Drogenhaltung erlassen. Aber ein Süchtiger kann ohne Vorräte des Gifts nicht leben. Der Bezirkspolizei war meine Persönlichkeit bekannt. Eines Tages wurde ich auf der Straße angehalten: "Was haben Sie in Ihrer Tasche?" Es wurde Mohn gefunden und ein Strafverfahren eröffnet und ich wurde bis zum Verfahren freigelassen. Zu den Anhörungen erschien ich nicht, sondern versteckte mich in Mostyschi.

 

Sieben Kreise der Hölle

Mir wurde ein Jahr Gefängnisstrafe auferlegt. Aber zuerst saß ich in der örtlichen Untersuchungshaft und musste durch die sieben Kreise der Hölle durchgehen: Unhöflichkeit, Demütigung und Durchsuchungen. Durch die dünnen Wände konnte man die Schreie der missbrauchten Kinder hören. Es gab keine Betten, alle mussten zusammen auf der so genannten "Bühne" schlafen. Es herrschte Kälte und Hungersnot. Eineinhalb Monate durfte man weder auf der Straße gehen noch sich waschen. Wenn man Glück hatte, bekam man einmal in der Woche eine Kanne warmes Wasser. Daher als man mich in das Lukyanovskaya Gefängnis überwiesen hatte und von dort weiter in das Lager, die so genannte Tuberkulöse Zone in Ternopil, war es die Erlösung.

 

Das Kontingent bestand überwiegend aus Rückfälligen. Aber wegen der Diagnose konnten sie mich an keinen anderen Ort schicken. Ich sah ein humanes Verhalten von den gleichermaßen betroffenen Freunden und von der Verwaltung. Jedoch im Hinblick auf eine Umerziehung eines Drogenabhängiger funktioniert das Gefängnis nicht. Wieder zurück in die Freiheit nach dem Gefängnis fing ich mit dem alten Leben wieder an. Nur diesmal stieg ich in den Drogenhandel mit ein. Mostyschi  wurde fast zu meinem Daueraufenthaltsort. Direkt auf der Station in unserem Zimmer bereiteten wir die Drogen vor. Jemand litt in der Nähe in Agonie, wir aber hatten einen Herd und einen Eimer mit dem Lösungsmittel. Um ehrlich zu sein, muss ich zugeben, dass ich dadurch so herzlos geworden bin. Ich erinnerte mich mehr an einen menschlichen Roboter als an einen Menschen. Alle Gefühle sind abgestumpft. Tuberkulose und Tod gehen Hand in Hand. Wie viele Todesfälle ich gesehen habe? Wahrscheinlich hunderte. Zuerst habe ich den Tod hautnah bis hin zu einem Herzinfarkt erlebt. Um zu überleben, fing ich an, alle Schrecken distanziert anzunehmen.

 

Schwer zu sagen, wie ich zum zweiten Mal ins Gefängnis für zweieinhalb Jahre kam. Der Süchtige befindet sich in einem veränderten Bewusstseinszustand. Außerdem nahm ich päckchenweise Schlaftabletten ein. Unter ihrem Einfluss du bist nur verrückt. Es macht dir nichts aus einen Polizisten anzusprechen und ihn um eine Zigarette zu bitten. Vielleicht habe ich das auch gemacht. Das Neujahr 2000 feierte ich im Gefängnis.

 

Zwischen Himmel und Erde

Die nächsten ein paar Jahre meines Lebens sind es nicht wert zu beschreiben. Es war Leben am unteren Rand. Alles ging auf ein sehr trauriges Ende zu. Der Drogenkonsum brachte mich zum dritten Mal zu einer Gefängnisstrafe. Diesmal habe ich mich nicht mehr versteckt. Ich fühlte mich zutiefst krank und müde. Nach dem Gerichtsverfahren kam ich an einem Wendepunkt in meinem Leben an. Ich hing zwischen Himmel und Erde. Innerhalb von ein paar Tagen hat sich mein Gesundheitszustand radikal verschlechtert. Ich wog nur 36 Kilogramm. Ich konnte meine Beine nicht mehr bewegen und meine Nieren haben auch versagt. Auf dem Polizeirevier konnte ich in der Zelle nicht sitzen, sondern nur liegen. Am sechsten Tag sprach ich nicht mehr, denn ein Wort auszusprechen war unglaublich anstrengend. Ich konnte nicht einmal das Wasser trinken, weil ich den Schluckreflex verlor.

 

Die Tür zu meiner Kammer wurde nicht eingeschlossen, denn ich konnte nirgendwohin gehen, es sei denn ich würde sterben. Ich habe in meinem Leben so viele Tote gesehen, daher machte ich mir nichts vor. Ich verstand ganz klar was geschieht. Mir blieben höchstens ein paar Tage zum Leben. Ich werde hier in dieser Kammer sterben... Nachdem das Gericht einen Urteil fällt, wird innerhalb von zwei Wochen dieser Urteil bekräftigt, und erst dann gilt eine Person als verurteilt. Solange das nicht geschieht, ist die Person in einem ungeklärten Zustand. Mich konnten sie nicht ins Gefängnis verlegen, da das Urteil ist noch nicht genehmigt wurde. Zurück in die Mostyschi ging auch nicht mehr. Hier kommt der sechste Tag meiner Qualen. Ich liege und ich kann kein Wort sagen, nicht einen Tropfen Wasser trinken. Alles, was ich kann ist nachdenken.

 

BUSSE

"Oh mein Gott – denke ich. Ich bin erst 30 Jahre alt, und mein Leben ist schon vorbei. Wie ist es mit mir passiert?" Ich erinnerte mich an das ersten Drogenspritzen. Sind wirklich seit dem 15 Jahre vergangen? Niemand kann mir helfen. Nicht einmal meine Mutter, von der ich immer wusste, dass sie mich nie aufgeben wird ganz gleich was ich anstellte. "Jetzt ist Schluss, Marina! Ich bin müde von diesem Alptraum. Weder Geld noch Hilfe gibt es mehr. Ich weine mich lieber einmal aus über die Trauer als endlos zu leiden. " Das ist der Punkt, an dem ich bereute, dass ich alle Versuche, mich auf den richtigen Weg zu bringen, ablehnte. Mir bleibt der letzte Ausweg, die letzte Säule, nämlich der Glaube. Um ehrlich zu sein, habe ich Gott nicht darum gebeten, mein Leben zu retten. Ich habe nur um die Rettung meiner Seele gebetet. Denn ich verstand, dass mein Leben hätte anders leben können.

 

Der Patient ist wahrscheinlich am Leben

Aus dem Dahinschwinden weckten mich die Laute der Ärzte über meinem Kopf. Die Polizei war in Angst, dass ich keine Anzeichen von Leben mehr zeigte und hat einen Krankenwagen gerufen. Ich begann nach ein paar Spritzen wieder zu fühlen. Und bald konnte ich klar zwischen den Wörtern "ihre Mutter" und "Anwalt" unterscheiden. Obwohl meine Mama mir nicht mehr helfen wollte, brachte sie mir Essen. Den Generalstaatsanwalt hier zu sehen, war für mich ein Wunder. Es stellte sich heraus, dass es einen solchen Dienst gab, Anwälte für medizinische Fragen. Ihre Ärzte riefen den Rechtsanwalt. Alles hat sich in Bewegung gesetzt. Der Rechtsanwalt telefonierte mit Krankenhäusern und rief irgendwelche Einrichtungen ein, sprach mit Medizinern, Abgeordneten und der Gefängnisleitung. Aber nachdem sie hörten, dass es sich um einen sterbenden Tuberkulosepatienten handelt, war niemand gerne bereit, um zu retten. Mitten in der Nacht weckten sie den Abteilungsleiter, der daraufhin seinem Stellvertreter schickte. Gemeinsam gingen wir nach Mostyschi und wollten den Arzt bitten (der uns schon zweimal ablehnte), mich zu nehmen. Und dann – Glück gehabt! – Der Arzt war nicht da. Dafür kam die gerade zum Abteilungsleiter aufgestiegene Svetlana Petrovna zurück. Als sie meinen Name in den Dokumenten gesehen hatte, sagte sie: "Ach, eine alte Freundin! Lasst sie eintreten!“ - "Sie kann nicht gehen." Der Arzt rannte zum Auto und in Anbetracht meines Zustandes sagte sie: "Ich werde sie unter meiner Verantwortung nehmen“.

 

 

Ich bin keine Drogenabhängige

Zwei Monate der Behandlung haben mich wiederbelebt, obwohl ich immer noch als eine schwerkranke Patientin galt. Ich wurde gegen alle Medikamente zur Tuberkulose Behandlung resistent. Das Fieber blieb konstant bei etwa 40° C. Pankreatitis ging auf. Ich litt unter schrecklichen Schmerzen. "Hoffnungslos", sagten die Ärzte. Ich war nur dort, weil es nach dem Recht eine vorzeitige Entlassung aus gesundheitlichen Gründen ermöglichte. Man wird nach Hause geschickt, um zu sterben. Aber ich wusste, dass ich nicht sterben werde und zum ersten Mal seit vielen Jahren, fühlte mich sehr glücklich. Ich sagte mir: "Ich bin nicht süchtig."

 

Wieder Drogen zu nehmen war kein Thema mehr für mich. Als ob innen ein Schalter betätigt wurde. Körperlich war ich immer noch schwach, aber mein Geist wurde stärker. Ich erinnere mich, als meine Mutter zu mir kam bin ich selbst zum Besucherzimmer gelaufen. Ich wurde davon so müde, dass ich die nächsten drei Tage geschlafen habe. Ich war noch ein wandelndes Skelett und nahm es mir vor den Umfang meiner Unterarme und Oberarme zu messen. Nach dem dreitätigen Schlaf stellte ich begeistert fest, dass meine Oberarme zugenommen haben. Nach weiteren Röntgen trauten die Ärzte ihren Augen nicht. Löcher in der Lunge verringerten sich um das Fünffache. Ich erholte sich schnell im Gegensatz zu den Vorhersagen der Medizin.

 

Persönliche Wiederbelebung nach der Befreiung, verdanke ich meinem Mentor Roman Trohin, dem Präsidenten der Ukrainischen Union, der NGO "Antidrogenbewegung zur Bekämpfung der Drogenabhängigkeit und Drogenkorruption“. Er ist ebenso der Vorsitzende des Ausschusses für die „Bekämpfung von organisierter Kriminalität und Korruption" in Kiew. Roman Trohin half mir das Vertrauen in sich selbst zurück zu gewinnen. Ermöglichte mir eine gute Arbeit und lehrte mich Menschen zu lieben sowie eine aktive Stellung als Bürger in der Gesellschaft einzunehmen.

 

Wer, wenn nicht ich?

Wer, wenn nicht ich kennt die wirkliche Situation der Frauen im Gefängnis? Ich wurde zum Präsident der NGO "Das Recht auf Zukunft", die Bewegung zur Wiederherstellung und Rehabilitation von Frauen im Gefängnis und aus dem Gefängnis entlassenen. Wir helfen ihnen sich sozial in der Gesellschaft anzupassen und Arbeit zu finden. Wir schützen die Rechte von Gefangenen und leisten Hilfe in den Rechtsfragen. Wir arbeiten an den Verbesserungen der Lebensbedingungen in den Gefängnissen. Wir haben eine spezielle Korrespondenz "Road" eingerichtet, um jede Frau in Haft zu ermöglichen einen Brief zu bekommen, der für sie Ticket für ein neues Leben wird. Wir haben ein Verbot zur Einführung von Methadon im Gefängnis erkämpft. Die Idee, dass dieses Medikament als eine Alternative zum Drogenkonsum sei, ist jetzt nur ein Mythos. Ich habe einen Antrag beim entsprechenden Amt gestellt, um in der Gesellschaft auf einer höheren Ebene zu wirken. Ich beteilige mich ebenso in der nationalen Bewegung "Ukraine ohne Tuberkulose“ und beschäftige mich mit Fragen im Zusammenhang mit der Epidemie.

 

Seit sieben Jahren bin ich frei von Drogen. Gesundheit ist gut und die Röntgenbilder meiner Lunge bestätigen es jedes Jahr. Auch in meinem Privatleben bin ich glücklich. Im April heiratete ich einen wunderbaren Mann Dima. Wir sind nicht nur Ehepartner, sondern auch Kollegen (mein Mann arbeitet in einem Reha-Zentrum).

 

Ich habe teuer für einmal falsch getroffene Wahl. Nun will ich, dass meine Geschichte überzeugt: die richtige Wahl ist ein Leben ohne Drogen.

 

 
Fragen und Antworten

1. Woher kommt Gott?

Offenbarung des Johannes 1,8: „Ich bin das A und O, spricht Gott der Herr, der da ist und der da war und der da kommt, der Allmächtige."
In Wirklichkeit kann man so eine Frage nur über Dinge stellen, die in der Zeit existieren, das heißt, Dinge auf der Erde. In der geistlichen Welt, zu der Gott gehört, liegen die Dinge ein bisschen anders - da FRAGST Du nicht, Du WEIßT einfach. Du musst nicht versuchen, Dinge herauszufinden, wie wir das auf der Erde tun. Also, antwortet Gott auf diese Frage, indem Er sagt, dass Er der Anfang und das Ende ist, das bedeutet, dass Er keinen Anfang und kein Ende hat. Aber Du, mein Freund, Du bist auf der Erde, also solltest Du eher über Deine eigene Herkunft nachdenken. Tatsächlich sollte die obige Frage an Dich selbst gestellt werden, denn Du musst wissen, wo Dein Anfang ist, das heißt wo Du herkommst und wo Dein Ende ist, also wohin Du gehst und wofür Du überhaupt geboren wurdest. Die gute Neuigkeit ist, dass Gott das alles weiß und Dir enthüllen wird, wenn Du Ihn mit einem reinen Herzen fragst.

2. Warum kann ich Gott nicht sehen?

Das ist eigentlich ganz einfach zu verstehen, lass uns mal zwei Bibelstellen betrachten:
2.Korinther 4,18: „...Denn was Sichtbar ist, das ist zeitlich, was aber unsichtbar ist, das ist ewig."
Maleachi 3,6: „Denn ich bin der Herr, ich verändere mich nicht, und ihr, Kinder Jakobs, ihr werdet nicht vernichtet werden."

Laut dieser Bibelstelle, bleiben die Kinder Jakobs bestehen und werden nicht zerstört; nicht weil sie so stark oder hoch entwickelt oder weise sind, sondern hauptsächlich weil Gott sich nicht verändert. Er ist konstant. Das ist auch der Grund, warum die Erde und alles darauf noch immer existieren.
In der ersten Bibelstelle lesen wir, dass alles, das sichtbar ist, sich verändern muss und alles, was man nicht sehen kann, bleibt unverändert; das ist ein geistliches Gesetz. Das bedeutet, wenn Gott Dir erscheinen würde und Sich Dir zeigen würde, dann muss Er sich verändern; und wenn Er sich verändert, dann wird die ganze Erde zerstört werden. Du weißt vielleicht, dass in der Wissenschaft und Technologie Dinge gemäß bestimmten Konstanten und Gesetzen gebaut werden. Wenn Gott sich verändert, dann verändern sich alle Konstanten und das reicht, um die ganze Erde zu zerstören. Also, wenn manche Leute sagen: Erst wenn ich Gott sehe, dann glaube ich... Solche Leute fragen wirklich aus Unwissenheit heraus.
Gott liebt die Welt so sehr, dass er lieber unsichtbar bleibt und all den Spott der Atheisten über sich ergehen lässt, als zu erscheinen und damit zu erlauben, dass die ganze Erde vollkommen zerstört wird.

 
Der erste Schritt 1
Geistliche Fitness??? Was soll das sein? Von was redest du eigentlich? - Hey, entspann Dich und höre einfach zu. Die Tatsache, dass Du hierher geklickt hast, zeigt doch, dass Du hungrig nach der Wahrheit bist. Und es ist ganz egal wie groß Dein Appetit ist - Hauptsache, Du hast welchen!
Weißt Du, geistliche Fitness handelt von Deinem wahren Ich - und das ist Dein Geist.
Du bist eigentlich gar kein Deutscher! O- oh, halt mal...! Was?? Ja, warte kurz - bitte steinige mich noch nicht: Du bist Deutscher, weil Du in Deutschland lebst. Das heißt, Du bist vielleicht noch nicht einmal hier geboren, aber jedes zivilisierte Land erkennt es als normal an, Dir die Staatsbürgerschaft anzubieten, wenn Du ständig und legal eine gewisse Zeit lang in diesem Land lebst.
Du bist also ein Geist, der in einem Körper auf deutschem Boden lebt und Du hast eine Seele, die Deine Gefühle, Deinen Verstand und Deinen Willen umfasst.
Die meisten Leute verwechseln normalerweise die Seele und den Geist. So wird man zum Beispiel als geistlich/ geistig angesehen, wenn man viele Bücher liest, aber weißt Du, viele Bücher zu lesen entwickelt den Geist noch nicht. Das ist so, als würde man sagen, dass viel Krafttraining den Körper formt- das stimmt, aber es ist nur die halbe Wahrheit. Deine körperliche Fitness fängt schon mit Deiner Ernährung an. Mach einfach mal das Experiment: Iss und trink nichts über viele Tage hinweg und mache nur Körperübungen und sieh, was passiert. Kapiert? Jetzt werden wir in diesem ersten Teil darüber sprechen, wiedergeboren zu sein, aber erst müssen wir noch eine Grundlage schaffen, bevor wir zu dem wahren Kern kommen. Alles klar? OK, komm mit...
 
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